Warum nun schon wieder ein politischer Blog?

Warum nun schon wieder ein politischer Blog? Gibt es nicht genug? Nein, es gibt nicht genug und es gibt vor allem nicht genug Blogs, die nur die eigenen Interessen, die eigenen Ansichten vertreten. Wer nur für sich steht, ist natürlich auch fremdgesteuert, fremdgesteuert durch die Ansichten, die wir durch Lesen, Surfen, Unterhalten an uns heran lassen. Aber herauskommen natürlich dennoch nicht die Ansichten anderer sondern die eigenen Verarbeitungen und die unausbleiblichen eigenen Zutaten, der eigene Geschmack, alles das, was einen zum unverwechselbaren Individuum und nicht zum Sprachrohr einer Interessengruppe, einer Partei, einer Ideologie, oder gar einer Religion macht.

Ich bin ich und dennoch das Produkt tausender Einflüsse. Wenn man den Einfluss kennt, kann man ihn benennen oder meinetwegen aus taktischen Gründen verschweigen, aber entscheidend bleibt, dass man als selbst dahinter steht und nicht als Repräsentant von wem auch immer. Und das Freiheitsmedium Internet gibt mir die Freiheit, dies zu tun, ohne irgendwelche Zensur, ohne Rücksichtnahme auf meine wirtschaftliche Existenz oder die meiner Familie. Und ich frage mich: Warum schreibt ihr nicht alle, die er meint, was zu sagen zu haben?  Unendliche Heerscharen von Kommentaren werden in den Blogs anderer abgedrückt, in der irrigen Hoffnung sich an einer Diskussion zu beteiligen. Habt ihr dabei schon eine Diskussion erlebt? Manchmal sind die Kommentare richtig, richtig gut und eine Bereicherung des auslösenden Artikels, aber wann habt ihr in einem politischen Kontext schon eine fruchtbare Diskussion erlebt?

Aber wie viel unglaublich kluge Kommentare gehen in politischen Blogs im Tumult pöbelnder und vor allem arroganter Möchtegerns unter! Also warum macht ihr nicht alle euren eigenen Blog oder meinetwegen eure Facebook-Seite oder euren YouTube-Kanal oder eurem Twitter-Account, wenn ihr meint, diese Plattformen benutzen zu müssen? Warum verschwendet ihr eure Ressourcen und klugen Ideen im Verstreuen in nicht wieder auffindbaren Repliken zu Artikeln anderer. Ich habe es auch so getrieben, nicht übermäßig, aber immer wieder. Schon meine Kommentare des letzten Jahres könnten einige nette Artikel abgeben. Aber wo sind sie geblieben?

Dennoch werde ich die Kommentierung von Artikeln zulassen. Das ist ja klar. Alles andere wäre feige. Aber ich habe natürlich die verwegene Hoffnung, dass, wenn kommentiert wird, es sachlich und konstruktiv ist und zu tatsächlichen Diskussionen führen wird. Netiquette-Verletzer werden natürlich gnadenlos zensiert und zu Erdogan geschickt. Wenn ich feststelle, dass ich mich mehr mit dem Tilgen von Schrott als den eigenen Arbeiten widmen muss, werde ich zum Monolog übergehen.

Viel Spaß mit mir und ich mit euch!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*